Freitag, 24. April 2009
Neu auf DVD:
Deception - Tödliche Versuchung
"Sind Sie heute abend frei?" - Ein einzelner Satz verstrickt Jonathan (Ewan McGregor) in ein Netz aus Intrigen, Begierde und Täuschung. Daten, Zahlen, Rechnungen - das ist die Welt von Jonathan McQuarry. Als Buchprüfer arbeitet er jede Woche in einem anderen anonymen Bürogebäude aus Glas und Stahl. Bis ihn in eines Abends der charismatische Anwalt Wyatt Bose (Hugh Jackman) aus seiner Arbeit reisst. Freundlich, witzig und kumpelhaft nimmt er den schüchternen Jonathan mit in seine Welt. Schnell entwickelt sich Freundschaft zwischen den beiden. Als Wyatt und Jonathan aus Versehen ihre Handys vertauschen, beginnt Jonathans Abenteuer. Eine Frauenstimme meldet sich bei Jonathan mit den Worten "Sind Sie heute abend frei?" und von da an wird er in die "Die Liste" hineingezogen, einen exklusiven Sex-Club, in dem nur die reichen und attraktiven New Yorker verkehren. Keine harten Sachen, keine Namen, das sind die Regeln. Als Jonathan nach einiger Zeit seine Traumfrau trifft, beginnt sein Albtraum. Plötzlich ist sie aus dem Hotel verschwunden und nur langsam bemerkt er Wyatts teuflischen Plan.

"Wolverine" Hugh Jackman und "Obi-Wan" Ewan McGregor gehören auf jeden Fall zu den ganz großen Schauspielern Hollywoods, die allein schon einen Film tragen können und die - so ging es mir während "Deception" durch den Kopf - jeder auch in der Rolle des jeweils anderen hätte überzeugt können (was sie zum Ende auch quasi tun). Der Thriller selbst bietet allerdings eher durchschnittliche Kost und bleibt trotz dramatischer Wendungen überraschungsfrei, was er durch verruchte Themen wie Sexdating-Club zu kompensieren versucht. Michelle Williams ist dabei nicht mehr als ansehnliches Lustobjekt, ihre Rolle der "S" wird ohne entsprechende Tiefe der Schwachpunkt der ohnehin auf wackeligen Beinen stehenden Story. Dank ihrer männlichen Partner kann man dennoch von einem spannend inszenierten, soliden Thriller sprechen, der seine Potential aber nur bedingt zu nutzen weiss.
Bewertung: 6,5/10


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Neu auf DVD:
Shuttle - All they wanted was a ride home
Zu fortgeschrittener Stunde kehren die Studentinnen Melanie und Jules vom Partytrip aus Mexiko zurück nach L.A. und wollen jetzt nur noch schleunigst vom Flughafen in die City fahren mit dem nächsten Shuttle-Bus. Zwei ebenfalls an Bord befindliche junge Männer und ein sich sonderbar betragender älterer Herr sind keine rechte Hilfe, als der junge, kräftige Fahrer statt der Hauptverkehrsroute ein verlassenes Industriegebiet ansteuert und sich als Krimineller mit niederträchtigster Agenda entpuppt.

Manchmal sind es die einfachsten Alltagssituationen, die noch den größten Horror hervorrufen. Dafür muss man nicht erst den amerikanischen Boden verlassen, um betäubt und seiner Nieren beraubt zu werden (so eines der Mädels am Anfang selbstironisch). In diesem Fall ist es die normale Busfahrt in die Stadt, die zum Horror-Erlebnis wird. Allerdings scheitert der Film schon an der unausgearbeiteten Story, die voraussetzt, dass der Weg vom Flugplatz in die City nicht nur derart lang, sondern auch absolut unbewohnt zu sein scheint. Auch scheint es wenig glaubhaft, wie hilflos die sich in der Überzahl befindliche Gruppe jede Gelegenheit zur Flucht oder auch zur Gegenwehr verstreichen lässt. Zudem hätte ein wenig Tiefe oder wirkliche Motive für den Täter der Geschichte ungeahnt mehr Grauen geben können. Auch wenn der Film hier nach den üblichen Gesetzen des Horror-Thrillers funktioniert, lässt ein derart unglaubwürdiger Verlauf wirkliche Spannung gar nicht erst aufkommen. Grundsätzlich kann man "Shuttle" zumindest als funktionabel und durchaus hübsch gefilmt bezeichnen. Das reicht aber nicht, um zu verhindern, dass die DVD ganz schnell in den hinteren Regalen der Videothek verschwindet.
Bewertung: 4/10


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All In - Alles oder nichts
Aus Liebe zu seiner Frau hat Profi-Spieler Tommy Vinson (Burt Reynolds) dem Pokern schon lange abgeschworen und sich mit seinem neuen, bürgerlichen Leben mehr oder weniger arrangiert. Dieses ruhige Leben nimmt eine Wendung, als er das aufstrebende Poker-Talent Alex Stillman (Bret Harrison) in einem TV-Pokerturnier entdeckt. Tommy erkennt schnell das Potential des spielbegeisterten Studenten und überredet ihn zu einem für beide folgenschweren Deal: er übernimmt die Startgebühren für die hochdotierten Turniere wenn Alex sich bereit erklärt, seine Spiele nach Tommys Anweisungen zu spielen. Zunächst zögert Alex, doch Tommys selbstbewusstes Auftreten und seine Überzeugungskraft lassen ihn umdenken. Erste große Erfolge stellen sich ein und Alex lernt die geheimnisvolle Michelle (Shannon Elizabeth) kennen, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Alles scheint perfekt, bis eine Reihe von irritierenden Vorkommnissen Alex dazu bringen, sein enges Verhältnis zu Tommy zu hinterfragen und bald bemerkt er, dass nicht das Spiel selbst, sondern sein Partner Tommy die größte Herausforderung für ihn ist ...

Geradezu lehrbuchhaft arbeitet dieser Pokerfilm die üblichen Handlungsstränge und Klischees des Genres ab. Der Lehrer findet den talentierten aber ungestümen Schüler, bringt ihm die eigenen Kniffe bei und stellt sich im finalem Duell seinem Nachfolger. Da der Handlungsverlauf bekannt ist, gibt man sich auch gar nicht erst mit Nebenschauplätzen wie Background oder charakterliche Tiefe ab. Die Story wird lustlos abgespult und punktet allenfalls mit einigen prominenten Gaststars aus der Pokerszene. Auch Bret Harrison ("Reaper – Ein teuflischer Job") und der sichtlich auf jung geschminkte (oder kaputtgeliftete?) Burt Reynolds spielen geradezu ermüdend ihre Rollen herunter. Immerhin liefert der Fernsehfilm einige routiniert gefilmte Szenen und ein einigermassen spannendes Finale, das den Film nicht unbedingt sehenswerter macht, sich aber so nebenbei wegkonsumieren lässt. Der Vergleich mit ähnlichen Filmen wie "Die Farbe des Geldes", "Rounders" oder auch "21" verbietet sich aber einfach mangels vorhandener Story.
Bewertung: 5/10 (Moviepilot Prognose 5)


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Mittwoch, 22. April 2009
Neu auf DVD:
Nordwand
Die Erstbesteigung der Eiger Nordwand ist der erklärte Traum für alle Bergsteiger. 1936 wagen die Bayern Toni Kurz (Benno Fürmann) und Andi Hinterstoisser (Florian Lukas) den Wahnsinnsakt. Während der Vorbereitungen treffen sie auf Tonis Jugendliebe Luise Fellner (Johanna Wokalek), die als Journalistin berichten soll. Toni liebt Luise immer noch, aber sie scheint ihrem Kollegen Arau (Ulrich Tukur) zu erliegen. Verzweifelt beginnt Toni mit Andi den Aufstieg, die Österreicher Angerer (Simon Schwarz) und Rainer (Georg Friedrich) sind ihnen auf den Fersen. Nach gutem Beginn verlieren die Bergsteiger die Kontrolle. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Regisseur Philipp Stölzl, bisher eher bekannt für seine Werbeclips und Musikvideos (Rammstein, Westernhagen) belebt nicht nur den klassischen Bergfilm neu, sondern nutzt auch Bilder des Heimatfilm in seinem urdeutschen Drama. Dabei wirkt der Film allerdings nicht altbacken; vielmehr erinnert er in der Inszenierung an den parallelen Erzählstil von "Das Wunder von Bern" (ohne das Familiendrama freilich). Darüber hinaus lässt das Drehbuch der Geschichte gemächlich Zeit, um sich zu entwickeln, um dann im letzten Drittel deutlich an Dramatik zuzulegen. Die Besetzung mit Führmann und Lukas in den beiden Hauptrollen wirkt unerwartet homogen und tatsächlich wie Kino - und nicht etwa wie "FilmFilm"-Fernseh-Niveau. Hauptsächlich sind es aber die atemberaubenden Bergsteiger-Bilder, die den Film auch für die große Leinwand qualifizieren. Da geht die arg seichte Liebesgeschichte zum Glück als Notiz am Rande schnell unter. Wenn die Inszenierung gerade am Anfang etwas straffer wäre, könnte man von einem großartigen Filmerlebnis reden. Aber auch so überzeugt die "wahre Geschichte" an der "Nordwand".
Bewertung: 7/10 (Moviepilot Prognose 6)


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Neu auf DVD:
Das ultimative Geschenk
Jason Stevens (Drew Fuller) ist ein reicher junger Mann, der sich noch nie im Leben anstrengen musste und gut von den Schecks des ungeliebten Großvaters lebte. Nun ist Red Stevens (James Garner) verstorben, und der Testamentsverwalter erklärt Jason, dass er keinen Cent mehr erhält, wenn er nicht zuvor einige Aufgaben erfüllt. Notgedrungen fügt sich der Schnösel dem Diktat, schuftet auf einer Farm und freundet sich mit echten Menschen an, nur um ans Geld zu kommen. Und merkt dabei kaum, wie er Stück für Stück ein besserer Kerl wird.

Eigentlich ist "The Ultimate Gift" ziemlich süss und unterhaltend. Die Story ist zwar seicht, überraschungsfrei und klischeelastig, mal abgesehen von den erzwungenen Wendungen und unübersehbaren Logiklöchern. Auch die routinierte Inszenierung könnte mindestens einene Gang höher schalten und ein bißchen mehr Tempo und Pfiff gebrauchen. Trotzdem ist die Geschichte bei aller Belanglosigkeit durchaus sympatisch. Richtig enttäuschend ist dagegen die uninspirierte Schauspielleistung, denen der für einen Rom-Com nötige Charme völlig abgeht. Drew Fuller erweist sich als gutaussehende Stafette, der im Spiel jedoch erschreckend blass bleibt, dass er sich selbst von der kleinen Abigail Breslin ("Little Miss Sunshine") an die Wand spielen lässt. In dem Moment vermisse ich tatsächlich einen Schauspieler wie Michael J Fox, der mit seinem Charisma immer noch eine eigene Note in eine egal wie seichte Rom-Com gebracht hat und nicht einfach nur funktionierte.
Bewertung: 6/10


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