Donnerstag, 14. Mai 2009
Neu auf DVD:
Will Smith in 'Sieben Leben'
Ben Thomas (Will Smith) ist an einem Wendepunkt seines Lebens angelangt und versucht, allem wieder einen Sinn zu geben. Deshalb hat er einen Plan ersonnen und sieben Fremde ausgewählt, um ihnen Hoffnung zu schenken. Alle benötigen dringend Hilfe - finanziell, spirituell oder medizinisch. Als er bei seiner Suche nach Wiedergutmachung auf die herzkranke Emily Posa (Rosario Dawson) trifft, wird sich nicht nur für die sieben anderen, sondern auch für Ben das Leben für immer verändern.

Eigentlich kann man kaum etwas über Will Smiths jüngsten Kinostreich schreiben, ohne dass man zuviel von der verschachtelten Handlung verrät, die Regisseur Gabriele Muccino ("Das Streben nach Glück") mühevoll verschleiern möchte und erst im Laufe des Films Stück für Stück enthüllt. Dabei entpuppt sich die eigentliche Handlung als ziemlich einfache und fast schon rührselige Sühne-Geschichte. Allein der wie immer überzeugende Will Smith verhindert mit seiner auch in dramatischen Filmen durchgehend smarten Präsenz, dass die Story zu sehr in den Kitsch abdriftet. Allerdings kann er nicht verhindern, dass der undurchsichtige und arg konstruierte Handlungsaufbau dem dann doch zu einfachen Twist entgegensteht. Das macht "Sieben Leben" beim ersten Sehen zu einem durchaus spannenden Drama, das aber mit seiner Auflösung kaum zu einem zweiten Anschauen anregt.
Bewertung: 6,5/10 (Moviepilot Prognose 7,4)


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DVD Reloaded
Ivan Reitmans 'Evolution' (2000)
Ein globales Chaos droht auszubrechen als ein Meteor auf der Erde einschlägt, der es in sich hat. Auf ihm tummeln sich außerirdische Einzeller, die ihren Entdeckern Ira Kane (David Duchovny) und Professor Harry Block (Orlando Jones) - zwei Kleinstadt-Lehrer - den Nobelpreis einbringen sollen. Doch da mutieren die extraterrestrischen Lebewesen in atemberaubender Geschwindigkeit zu Menschenmordenden Ungeheuern. Nun müssen Ira und Harry die Bedrohung schnellstens stoppen. Unterstützt werden sie dabei von der ungeschickten Alienforscherin Allison Reed (Julianne Moore) sowie dem tölpelhaften Feuerwehr-Anwärter Wayne Grey (Seann William Scott).

Ivan Reitman ("Ghostbusters") präsentiert einen Filmspaß voller Action, Monster Effekten und schrägem Humor, bei dem sich die Darsteller wie David Duchovny aus "Akte X" und Julianne Moore ("Hannibal") selbst auf die Schippe nehmen. Dazu gibt es jede Menge skurille Aliens, die für Spaß und Grusel sorgen. Eigentlich ist es verwunderlich, dass "Evolution" nicht so kultig angenommen wurde wie "Men in Black" oder Reitmans "Ghostbuster" Reihe. Die Zutaten stimmen, die Mischung ist auch grandios. Mehr als ein Achtungserfolg war dem Film jedoch nicht vergönnt. (Original-Kommentar 01/2002)
Bewertung: 7,5/10


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Army of the Dead - Der Fluch der Anasazi
Im Jahr 1590 marschieren tausend spanische Soldaten in die mexikanische Wüste Bahia um die legendäre goldene Stadt der Anasazi - Eldorado zu plündern. Jene Männer wurden nie mehr gesehen. Aus dunkler, mysteriöser Quelle erhält Geschichtsprofessor Barnes (Ross Kelly) die Hälfte einer alten Karte der Wüste Bahia. Mit einigen Ex-Studenten entdeckt er das Geheimnis der Karte - den Schatz der Anasazi. Auf dem Weg zur goldgefüllten Höhlenkultstätte treffen sie auf die von Habgier und Macht getriebenen Besitzer der anderen Kartenhälfte. Ein tödlicher Wettlauf beginnt, an dessen Ziel die Skelette von tausend Conquistadoren den Schatz der Anasazi beschützen. Die Schwerter der "Armee der Toten" lechzen nach Blut, denn mit Blut müssen sie ihren Fluch auslösen.

Wer bei diesem Film auf kultigen Horror-Spaß hofft in der Kathegorie "Armee der Finsternis", der wird bitterlich enttäuscht werden. Und das nicht nur, weil diese hanebüchene Story ohne nötige Selbstironie daherkommt. Auch die für einen solchen Film nötigen Special Effects sehen einfach nur billig aus. Die verfluchten Skelette, die dem Ganzen einen trashigen Charakter geben könnten, wirken bei den wenigen Auftritten alles andere als überzeugend. In der spannungsarmen Inszenierung spielen nur die Darsteller noch hölzener als die Untoten selbst, was auch an den grottigen Dialogen und der entsprechenden Synchronisation liegen mag. Wenn das bei anderen Filmen immer noch zum B-Film-Kult reicht, taugt das hier allenfalls zur sinnlosen Zeitverschwendung. Lächerlich!
Bewertung: 1/10


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Mittwoch, 13. Mai 2009
Neu auf DVD:
Jason Statham in 'Transporter 3'
Sein Leben an der Riviera hatte sich Frank Martin (Jason Statham) anders vorgestellt: Als der Ex-Soldat Johnson (Robert Knepper) Valentina (Natalya Rudakova), die Tochter des ukrainischen Umweltministers, entführt, um diesen zu zwingen, einer Firma das Entsorgen von Giftmüll in der Ukraine zu erlauben, hat sich Martin ausgesonnt. Johnson nötigt ihn, Valentina von Marseille nach Odessa zu fahren. Um sicherzugehen, dass Martin seinen Auftrag erfüllt, werden sie mit Armbändern ausgestattet, die explodieren, wenn sich einer der beiden mehr als 20 Meter vom Auto entfernt.

Frank Martin ist "back to the Roots", die ihn nach dem ersten Teil wieder einmal ein schwieriges Mädchen transportieren lassen. Nach der Lieferung von 2002 und der schon unterdurchschnittlicne Fortsetzung von 2005 (siehe auch "Ich brauch einen 'Transporter'!") hat dieser Transport allerdings auch nicht viel Neues zu bieten. Die Story gab schon in den Vorgängern nie sonderlich viel mehr her als ein dünnes Gerüst, um sich von einer Krawall-Szene zur nächsten zu hangeln. Wieder einmal ist es allein Action-Schwergewicht Jason Statham, der den Film einigermassen aus seiner Mittelmässigkeit hebt. Im Gegensatz zu "Death Race" aber, in dem der futuristische Plot und die entsprechenden optischen Reize zumindest noch ein paar Schauwerte darüber hinaus liefern, bietet "Transporter 3" allerdings nur Action von der Stange, wie man ihn selbst in einem mittelmässigen Steven-Seagal-Film schon zur Genüge gesehen hat. Allein das krachende Finale Auto gegen Zug bietet zumindest noch ein bißchen von dem was man erwarten sollte. Darüber hinaus gibt es aber nur jede Menge heisse Luft, bei der es schon reicht den Extended Trailer zu sehen. Mit solchen Filmen dürfte sich das Revival des tumpen Actionfilms im Stil der 80er Jahre auch langsam wieder erledigt haben.
Bewertung: 3,5/10 (Moviepilot Prognose 5,4)


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Jack Ketchum
The Girl Next Door / Evil (2007) - The Lost (2005)
Jack Ketchum's The Girl Next Door - Evil (2007)

Sommer 1958: In einer kleinen, ruhigen amerikanischen Vorstadt lebt der 12-jährige David (Daniel Manche), dessen Nachbarn, gerade zwei Mädchen bei sich aufgenommen haben: Megan (Blythe Auffarth) und ihre jüngere Schwester Susan (Madeline Taylor). Bei einem Autounfall haben sie gerade ihre Eltern verloren und leben nun bei ihrer psychisch etwas labilen Tante Ruth (Blanche Baker). David freundet sich mit dem älteren der beiden Mädchen an und verliebt sich in sie. Er bemerkt, dass die Anwesenheit der Mädchen im Nachbarhaus bald zu Missgunst und Abneigung bei der Tante führt. Ruths Feindseligkeit den Mädchen gegenüber eskaliert von verbalen Attacken zu körperlichen Übergriffen. Das Schockierende ist, dass auch die drei kleinen Söhne der Tante involviert zu sein scheinen. David beginnt, der Sache auf den Grund zu gehen - eine Entscheidung, die sein Leben für immer verändern soll.

Der fiktive Roman "The girl next door" von Jack Ketchum beruht auf die wahren Begebenheiten von 1966, die gleichzeitig unter dem Namen "An American Crime" als semidokumentarisches Drama verfilmt wurden. Auch die Verfilmung "Evil" nach dem Roman hält sich im Wesendlichen an den Geschehnissen um das gefolterte Mädchen, beschäftigt sich aber weniger mit den Motiven, sondern konzentriert sich allein auf die Grausamkeiten. Da die Glaubwürdigkeit der Geschichte hauptsächlich von der Rolle der Mutter abhängt, die immer von der Richtigkeit ihres Tuns überzeugt ist, verliert die Verfilmung allerdings deutlich, wenn man ihre Rolle rein auf ihre Aktionen reduziert. Auch ihre Kinder und die Mädchen selbst bleiben oberflächlich und hinterlassen mit ihrem Handeln oder Nicht-Handeln mehr Fragen als dass ihre Darstellung wirklich die Tiefe des "Bösen" erreicht. Besonders der erzählende Nachbarjunge bleibt in seiner Beobachtungsrolle über weite Zeit derart passiv, dass man ihm die nachträgliche Reue nicht einmal wirklich abnimmt. So kann "The girl next door" nur die zartbeseideten Zuschauer wirklich schocken, die noch nie gehört haben, dass es so etwas geben könnte. Mag das Horror-Drama rein handwerklich solide Kost liefern, bleibt es inhaltlich viel zu seicht auf seine Schockmomente konzentriert, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Da ist der Film "An American Crime" mit Ellen Page als Opfer wesendlich subtiler und damit auch schockierender als diese Verfilmung nach den Motiven von Jack Ketchum.
Bewertung: 4/10 (Moviepilot Prognose 5,8)




Jack Ketchum's The Lost - Teenage Serial Killer (2005)

Als Ray Pye (Marc Senter) vor einem Toilettenhäuschen im Wald der nackten Lisa (Erin Brown) begegnet, ist er zunächst entzückt. Kurz nachdem er Lisa jedoch eng umschlungen mit ihrer Freundin sieht, wird Lisa erschossen und ihre Freundin Elise (Ruby Larocca) fällt durch eine Schussverletzung ins Koma. Vier Jahre später: Elise stirbt an den Folgen der Verletzung. Für Detective Charlie Schilling (Michael Bowen) und seinen bereits pensionierten Ex-Partner Ed Anderson (Ed Lauter) ist längst klar, dass Ray Urheber der brutalen Morde war. Das Problem ist nur, dass dessen Freunde Tim Bess (Alex Frost) und Jennifer Fitch (Shay Astar) eingeschüchtert schweigen und ihm somit ein Alibi liefern. Aber der psychisch labile Ray wird, als er von der hübschen Katherine (Robin Sydney) abgewiesen wird, zu neuen Untaten getrieben.

Kids, die abhängen, feiern, ficken und sich gegenseitig umbringen - irgendwie wirkt der Film wie die "Natural Born Killers"-Variante eines Larry-Clark-Films ("Ken Park"). Es handelt sich aber um das mehr Regie-Debüt von Chris Sivertson ("Ich weiß wer mich getötet hat") nach einem semi-dokumentarischen Roman von Jack Ketchum. Sivertson kann 2005 mit seinem konsequent blutigen und zugleich abgefahrenen Erstling auf diversen Independent-Filmfestival überzeugen. Im Gegensatz zu "Evil" beschränkt sich "The Lost" aber nicht nur auf die Ereignisse, sondern versucht sich nach seinem schockierenden Opening auch als Charakterstudie des Psychopathen. Vor allem Marc Senter (demnächst in "Cabin Fever 2") gibt eine überzeugende Vorstellung als schräger aber gefährlicher Killer, der den beiden Jungs aus "Funny Games" in nichts nachsteht. Wer auf etwas abgefahrenen Psycho-Horror fernab der üblichen Hollywood-Kost steht, wird hier vollends auf seine Kosten kommen.
Bewertung: 7/10


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