Freitag, 3. April 2009
Neu auf DVD:
George A. Romeros 'Diary of the Dead'
Während der Dreharbeiten zu einem Filmprojekt gerät eine Gruppe Studenten mitten in eine Invasion der Untoten! Der Filmstudent Jason, seine Freundin Debra und ein aus Mitstudenten bestehendes Filmteam drehen in den Wäldern Pennsylvanias einen Horrorfilm für ihre Uni, als im Radio erste Meldungen von wiederauferstehenden Toten laufen. Verzweifelt und verängstigt versucht die Gruppe, sich zu ihren Familien und Freunden durchzuschlagen. Doch Jason beschäftigt ein ganz anderes Problem: Weil er die Verlogenheit der Berichterstattung anprangert, lässt er auf der Flucht vor den Untoten gnadenlos seine Kamera mitlaufen und dokumentiert den Angriff der Zombies, um sie später über das Internet der Allgemeinheit zugänglich zu machen.

Seit "Blair Witch" und "Cloverfield" sollte das Thema Amateur-Wackelkamera eigentlich durch sein. Wenn man sich erneut dieser technischen Spielerei annimmt, muss man schon etwas Ungewöhnliches bieten, um noch schocken zu können. Allerdings ist der Namen von Altmeister George A. Romero ("Zombie" I-IV) immer so etwas wie ein Versprechen für den Horrorfreak. Trotzdem scheitert auch er an dem Paradoxon, dass die Welt in Flammen aufgeht, und die You-Tube-Generation mit der Kamera draufhält anstatt sich ernsthaft daran zu stören. Richtig schlimm ist dabei der aufgesetzte Off-Kommentar, der der Nachwelt den Schrecken erklären muss. Er und die hölzernden Dialoge sind tatsächlich schon ein Horror für sich. Das Problem ist allerdings hausgemacht, wenn man in ein paar Anfangsminuten eine irreale Situation erzeugen möchte, die die Beteiligten innerhalb kürzester Zeit in Selbstmord-Gefahr bringt, aber für den Aussenstehenden nicht wirklich greifbar ist. Wenn der Horror beim Zuschauer nicht ankommt, hat er Zeit auf die Mankos der Geschichte zu achten. Und dann fällt ihm auf, dass er das alles schon gesehen hat, und zwar durchaus glaubwürdiger und besser. Selbst das spanische "[.Rec]" wusste mehr aus dem Thema und auch dem kritischen Unterton zu machen. Zumindest entwickelt "Diary of the dead" nach einem hoprigen Stunde noch eine gewisse Grundspannung, die das Mindestmaß an einem Horrorfilm erfüllt.
Bewertung: 4/10 (Moviepilot Prognose 4,8)


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