Dienstag, 14. April 2009
DVD Reloaded
Der talentierte Mr. Ripley (1999)
Der mittellose Tom Ripley (Matt Damon) erhält den Auftrag, nach Italien zu reisen, um seinen Altersgenossen, den jungen amerikanischen Playboy Dickie Greenleaf (Jude Law) zu überreden, in die USA zurückzukehren. Dickie aber bleibt hartnäckig und zieht es vor, weiterhin das Dolce Far Niente mit seiner reizenden Verlobten Marge (Gwyneth Paltrow) zu genießen. Tom beneidet Dickie um das Leben, das er führt. Eines Tages, während einer gemeinsamen Reise zum Jazzfestival von San Remo, offenbart Dickie seinen Überdruß, und erklärt, dass er Tom loswerden will und Marge zu heiraten gedenkt. In einer Rauferei, die fast aus Versehen beginnt, sich aber zum todernsten Kampf ausweitet, tötet Ripley schließlich den Menschen, den er vielleicht am meisten, sicher aber am verzweifeltsten auf dieser Welt liebt. Mit viel Talent wird Tom Ripley von nun an zu Dickie Greenleaf, schlüpft in dessen Haut, eignet sich seinen Lebensstil an und will alles hinter sich lassen. Tom Ripley blüht auf. Er genießt sein Leben am Abgrund, denn einige Menschen, die Dickie Greenleaf nahe standen, stellen sich natürlich Fragen: Ist es möglich, dass jemand, selbst wenn er so extrem launisch ist wie Dickie es war, einfach verschwindet? Tom Ripleys Spielraum wird zunehmend enger...

So harmlos der Film auch beginnen mag, so krass ist letztendlich der Verlauf: ein Junge, der mit seiner eigenen Existenz nicht klarzukommen weiss und in die Rolle eines anderen schlüpft. Der dabei aus Verzweiflung lügt, betrügt und tötet - sogar den, den er am meisten begehrt. Das alles - kombiniert mit deutlicher Homoerotik - wird eingebettet und das harmlose und oberflächliche Leben einiger Snops. Matt Damon spielt gekonnt den oberflächlich gesehen braven jungen, der mit seinem Leben - und seiner Homosexualität - nicht klarkommt. Am Ende kann der Junge dem Zuschauer nur leid tun - trotz der Morde. Anthony Minghella (Regie und Buch nach dem Roman von Patricia Highsmith) ist ein spannender Film gelungen, der gerade wegen der Sympathie für den Hauptdarsteller zum ergreifenden Drama wird. (Kommentar 08/2000)
Bewertung: 8,5/10


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