Dienstag, 6. Oktober 2009
Ludwig Trepte in TV-Filmen
Ihr könnt euch niemals sicher sein /
Tatort: Der heimliche Zeuge
Ihr könnt euch niemals sicher sein (2008)

Null Punkte! Gymnasiast Oliver (Ludwig Trepte) ist geschockt, als die Deutsch­lehrerin (Anneke Kim Sarnau) ihm seine in Hip-Hop-Reimen verfasste "Werther"-Inter­pre­tation auf den Tisch knallt. Als die Pädagogin auch noch einen Text entdeckt, in dem Oliver darüber rappt, sie zu ermorden, klingelt wenig später die Polizei bei den verblüfften Eltern (Jürgen Tonkel, Jenny Schily). Man findet "Killerspiele" und eine Pistole des toten Großvaters, worauf Oliver in der Psychiatrie landet. Hier freundet er sich mit der labi­len Katja (Luise Berndt) an. Die Ärzte attestieren ihm Sensibilität und Mit­ge­­füh­l. Doch kaum zurück an der Schule, trifft er auf Angst und Wut …

Der WDR-Fernsehfilm erzählt von der Kriminalisierung eines Jugendlichen durch das Unvermögen der Erwachsenen, die schrecklichen Ereignisse in diversen Schulen gesellschaftlich zu verarbeiten. Zwar bewegt sich das Familien-Drama durchgehend auf TV-Niveau, hält sich aber mit einfachen Pauschalisierungen weitestgehend zurück. Das Plus der Geschichte ist wieder einmal die authentisch Darstellung des (dafür mit dem Adolf-Grimme-Preis) ausgezeichneten Ludwig Trepte, ohne den die Geschichte leicht ins Rührselige hätte kippen können. Die Überforderung der Älteren mit der heutigen Jugend ist zwar in der Einfachheit nicht immer glaubhaft, wird aber zumindest von Darstellern wie Anneke Kim Sarnau (als Deutsch-Lehrerin) überzeugend gespielt. Darüber hinaus nimmt der Film vor allem seine jugendlichen Figuren ernst - vielleicht sogar mehr als die Rolle der hilflosen Erwachsenen. In der Hinsicht begeistert das ansonsten etwas steife Fernseh-Drama auf jeden Fall.
Bewertung: 6,5/10 (Moviepilot Prognose 7,5)




Tatort 469: Bienzle und der heimliche Zeuge (2001)

Christian Jareis (Ludwig Trepte) singt im Stuttgarter Knabenchor. Als sein Vater Paul (Jeffrey Zach), Toningenieur und Musiker, in finanzielle Schwierigkeiten gerät, entwendet der Junge 10.000 Mark aus der Chorkasse. Dabei bekommt er mit, wie die Chormanagerin erstochen wird. Vom Täter kann Christian nur das auffällige Profil der Schuhsohlen erkennen. Jetzt sitzt er in der Klemme: Wenn er aussagt, fliegt sein Diebstahl auf. Der Verdacht von Ernst Bienzle (Dietz Werner Steck) fällt zunächst auf den schwulen Chorleiter Marcus Canteni (Michael Lott), den die Chormanagerin entlassen wollte. Als aber sein Vater in Untersuchungshaft genommen wird, kann Christian sein Geheimnis nicht mehr länger für sich behalten. Gerade noch rechtzeitig fasst er Vertrauen zu Bienzle.

Oh ist das süss, Ludwig Trepte als 13-jähriger Jungspund in den Wirrungen von Affären, Intrigen und Mord. Abgesehen davon liefert der Tatort allerdings reichlich künstliche Melodramatik und arg aufgesetzte Leichtigkeit. Da wirkt der 469te Fall selbst für die Jahrzehnte andauernde Reihe angestaubt wie ein Frühwerk aus den 70ern und kaum wie ein Krimi der Neuzeit. Dabei täuscht auch die Einbindung von Themen wie Homosexualität nicht darüber hinweg, dass der Fall äusserst bieder und konstruiert wirkt. Aber der Trepte, der war schon damals gar nicht schlecht für sein Alter in einer seiner ersten Rolle als heimlicher Zeuge.
Bewertung: 4/10


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