Freitag, 13. November 2009
About Schmidt (2002)
Gleich in mehrfacher Hinsicht ist Warren Schmidt (Jack Nicholson) an einem Wendepunkt angekommen: Als er von seinem Arbeitgeber in den Ruhestand gezwungen wird, fühlt er sich völlig entwurzelt. Außerdem hat sich seine einzige Tochter Jeannie (Hope Davis) in den Kopf gesetzt, einen Dummkopf zu heiraten. Und dann stirbt plötzlich Warrens Frau Helen (June Squibb) – nach 42 Ehejahren. Was soll Warren nun mit seinem eintönigen Leben anfangen? Er entscheidet sich für eine Tour mit seinem riesigen Wohnmobil, das schon lange auf ihn wartet. Sein mittelfristiges Ziel ist Denver, wo er sich mit Jeannie aussöhnen möchte. Doch als er ihren Bräutigam und dessen Bohemien-Familie dort erlebt, fasst er einen Entschluss: Jeannies Hochzeit muss unbedingt verhindert werden. Die tragikomischen Abenteuer auf dieser schmerzlichen Odyssee vertraut Warren einem unerwarteten neuen Freund an: Ndugu Umbo ist ein sechsjähriges Waisenkind in Tansania, dessen Patenschaft Warren für 22 Dollar im Monat übernimmt. Warren schreibt lange Briefe an Ndugu – und allmählich beginnt er darin, erstmals ehrlich Rechenschaft über sein Leben abzulegen.

Es gibt Darsteller, die ihren Part je nach Qualität des Drehbuchs ausfüllen, und es gibt Schauspieler, die ihn mit dem eigenen Charisma prägen. Jack Nicholson gehört sicherlich von jeher zu denen, die sich ihre Rollen zu eigen machen und etwas besonderes daraus erschaffen. Auch "About Schmidt", ein inhaltlich gar nicht unbedingt so spannendes Alters-Drama, wird allein getragen durch sein prägnantes Spiel (wobei Schmidt seinen Figuren in "Das Versprechen" und "Das Beste kommt zum Schluss" nicht unähnlich ist). Dass das Drehbuch in sich stimmig und zu keinem Zeitpunkt übermässig pathetisch wirkt, macht das Drama dabei ebenso aus wie ein Cast, bei dem auch die Nebendarsteller (u.a. die ähnlich versierten Kathy Bates) allesamt grossartige Leistungen abliefern. Obwohl in dem Plot um einen einsamen Neu-Rentner eigentlich kaum etwas Überraschendes passiert, überzeugt der eher ruhige Film mit einer durchgehend melancholischen Stimmung zwischen Ironie und Tragik. Auf jeden Fall sehenswert!
Bewertung: 7,5/10 (Moviepilot Prognose 7,3)


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