Donnerstag, 25. Juni 2009
Spanglish (2004)
Die schöne Flor (Paz Vega) emigriert von Mexiko nach Amerika. Im Gepäck: Ihre zwölfjährige Tochter Cristina (Shelbie Bruce) und die Hoffnung, ausgerechnet im hektischen Los Angeles mit ihrer kleinen Familie eigenhändig ein besseres Leben aufbauen zu können – mit einem besseren Mann, einem besseren Job, einer besseren Zukunft. John Clasky (Adam Sandler) ist gerade zum „Besten Koch Amerikas“ ernannt worden, ein vorbildlicher Vater für seine zwei Kinder und eigentlich ein perfekter Ehemann für seine Gattin Deborah (Tea Leoni). Die steuert allerdings ob ihrer Neurosen und einer eigenen fehlenden Karriere geradewegs auf eine frühe Midlife-Krise zu. Als Flor, die kein einziges Wort Englisch spricht, den Job der Haushälterin im luxuriösen Heim der Claskys annimmt, prallen mexikanisches Temperament, kalifornische Exzentrik und die Kulturen aufeinander. Da sorgen Sprachbarrieren für Missverständnisse und es steht nicht nur Flors eigenes, sondern vor allem auch das Leben ihres Arbeitgebers in kürzester Zeit vollständig Kopf.

Endlich mal wieder ein Film, der intelligent ist und gleichzeitig Spaß macht. In "Spanglish" (ein Ausdruck der sich auf das spanisch-englische Kauderwelsch in Grenzbereichen bezieht) wechseln sich witzige Szenen mit anrührenden Momenten. Dabei sorgt vor allem die Kommunikationsprobleme zwischen den Beteiligten für urkomische Situationen. Besonders süss in dem Chaos ist die Spanierin Paz Vega, die in ihrem Unverständnis einfach traumhaft gucken kann und trotzdem im rechten Moment ihr ganzes Temperament zeigt. Im Gegensatz dazu kann Tea Leoni ("Deep Impact") aus den Vollen schöpfen und die neurotisch aufgedrehte Wohlstands-Mutter geben. Krawall-Komiker Adam Sandler ("Zohan") überrascht derweil mit einer wohltuend zurückhaltenden Darbietung als warmherziger Vater. Regisseur und Drehbuchautor James L. Brooks ("Besser gehts nicht") gelingt mit seiner dynamischen Inszenierung eine emotionale Mischung aus Melanchonie und Witz, die man sonst nur aus amerikanischen Sitcoms kennt. Und das kommt schon ganz nah an grosses Gefühlskino heran.
Bewertung: 8/10 (Moviepilot Prognose 6,9)


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